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Neuerdings gehört es zu meinen Lieblingsbeschäftigungen die Vormittage im Sonnenstudio zu verbringen. Dort jobt die liebe C., alleinerziehend, männerlos. Durch die grauen Jalousien kann man fernab aller Blicke ungestört dem munteren Treiben in der Stadt zu schauen. Und an der Theke trinkt man Capuccino, versüßt durch das Beobachten der Menschen die sich an der selbigen Treffen, um zu plaudern, anschließend zu sonnen und etwas zu trinken.
Die Alterspanne des Publikums reicht von 16 bis 76. Eben mal der junge Hiphoper der schnell den Oberkörperbräuner benutzt, weil er wohl der Dame seines Herzens nicht so bleich entgegentreten will und nebenan der Rentner dessen Sonnenbankmotive (noch) für mich im Dunklen ruhen. Langsam aber denke ich nicht das Sonnen macht das Sonnenstudio aus, sondern der Smalltalk davor und danach. Sonnen wird zur Nebensache – bei manchen wie mir scheint zur Pflicht nach dem Genuss von Talk. Einige kommen auch einfach nur mal so ohne Sonnen her.
Für mich ist es eine neue Chaoswelt, die es zu entdecken gilt und ich habe Spaß dabei.
Die mir bislang bekannt gewordenen (Haupt-)Darsteller sind A. (der Schöne) G. (der Unglückselige) K. (der Großgrundbesitzer) I. (die Perfekte) und Frau unbekannt (die ich Diva nennen möchte). Ferner J. (die Nimmersatte) und C.(die Ehemalige >>Mitarbeiterin<<).
Heute morgen war ich der erste Gast um halb neun. Dicht gefolgt vom Schönen, der als Versicherungsbüroinhaber ja früh auf den Beinen sein muss. Der Smalltalk führte über Rechtschutz zur Familie zur Scheidung und als die Frage aufkam wie verkraften deine Kinder die beiden Scheidungen wurde das doch recht persönlich gewordene Gespräch gestoppt, denn Großgrundbesitzer kam herein. Leger im roten Trainingsanzug mit Werbeaufdruck. Der Schöne musste sofort eine Bemerkung in Sachen sportlich machen und das Thema Scheidungsdilemma bei Kindern war vom Tisch. Es ging weiter über die geplante Karriere von A. als Sportlehrer, für die er derzeit im Fernkurs paukt. A war schon alles in diesem Leben von A wie Alleskönner, über Ehemann, Friseur und Familienvater bis hin zum (Noch-) Versicherungskaufmann. Ja er kann wunderschön reden der A. und manchmal ist er auch zynisch. Besonders zu C. die oft einen kessen Spruch macht, mir scheint um die Menschen um sich herum aufzuheitern Oftmals witzelt sie über sich selbst, was A immer zum Anlass nimmt dann zynisch einen drauf zu hauen. Ich glaube A. hat eine Auge auf C, geworfen oder eigentlich schon zwei. Hätte er drei würde er das dritte sicher hinterherwerfen. So schmachten dann die Männer die schöne C. hinter der Theke an.
K. war am heutigen Morgen seine schlechte Laune anzusehen. Sein Auto ist krank was einem Supergau gleichkommt. Das bekam C. gleich mal zu spüren als sie sagte sie freue sich das es morgen schneien sollte. Schnee um Gottes Willen – nur kein Schnee, wenn man Auto fahren muss. Und außerdem würde es nur in höheren Lagen schneien nicht hier in der Stadt.
Es kam zum Discuss, der in einer fanatischen Wette um die goldene Ananas mündete. A. ging derweil mal Sonnen und I. gesellte sich in unseren Reigen.
To be continue
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Der Wahnsinn
ist nur eine schmale Brücke…
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